St. Pölten Konkret, City-Flyer

St. Pölten Konkret, City Flyer 07/12. Read the full interview online!

Rocquette: : Die Frontfrau der Rocktruppe  in Mission für wilde Pferde

SAVE THE MUSTANGS

Die Cloud Foundation in den USA setzt sich für wilde Pferde und deren Überleben ein. Unterstützt wird sie unter anderem von einer von uns, die die Tiere schon selbst gesehen hat – Barbie Hardrock, sexy Frau hinterm Mikro der Rocktruppe Rocquette.
Sie fliegt regelmäßig in die USA, u. a. um dort den Wildpferden zu helfen. An die gefährdeten Vierbeiner spendet die Band außerdem laufend einen Teil der Einnahmen aus ihrem aktuellen Album “13”. Die Frage ist: warum?

Barbie Hardrock: Nicht viele Menschen bekommen die Chance, wildlebende Pferde und Esel in freier Wildbahn zu erleben. Als ich nach Amerika gefahren bin, hab ich mich natürlich an die guten alten Wild-West-Filme erinnert, an Cowboys und Indianer, Mustangs und Büffel und Gewehre. Ich hatte da so eine Vorstellung von einem Wild-West-Dorf, von Touristen überrannt, und von Cowboys, die nicht nur Pferde besaßen, sondern auch einen Pick Up-Truck im Vorgarten, und ich hoffte, den “Native American Spirit” spüren zu können, der vielleicht noch in der Prärie zu finden war.

City-Flyer: Und, hast du gefunden, was du gesucht hast?

Barbie Hardrock: Ja, ich hab die Prärie gesehen. Sie war wunderschön, atemberaubend, frei – und leer! Meine Gedanken flossen nur so dahin, ich konnte den Boden regelrecht beben spüren unter den Hufen der Büffel und Wildpferde, auch wenn sie nur in meiner Vorstellung da waren. Wie auch immer, ich wollte einfach dem Gerede nicht glauben, das behauptete, dass dieses “Gute alte Zeit”-Bild in meinem Kopf nur mehr Geschichte war. Und lass es mich Schicksal nennen oder – wenn dir das besser gefällt – Zufall, jedenfalls hat es mich mit falschem Allrad in die Sanddünen geführt, dafür gesorgt, dass Tom (ihr Freund und Gitarrist von Rocquette, Anm.) und ich mit unserem Auto stecken blieben – und mich so mit meiner mittlerweile lieben Freundin Darcy und ihrer Familie bekannt gemacht. Die waren dort draußen in der Wüste, um das Wochenende mit ihren Quads und Wohnwägen zu verbringen, und haben uns, verrückten Touristen mit Mietauto, den Arsch gerettet.

Und wann kommen die Pferde ins Spiel?

Barbie Hardrock: Es war Darcy, die mich dann später wieder in die Wüste mitgenommen hat, um mir eins der beeindruckendsten Szenarien zu zeigen, wofür ich so dankbar bin, es erlebt zu haben. Sie hat ihr wertvollstes, beinahe heimliches Nevada-Wüsten-Fleckerl mit mir geteilt, einen der letzten Orte auf dieser Welt, wo Wildpferde und -esel noch frei leben! Es war mir egal, dass die nicht immer “native” gewesen waren – sie haben jedenfalls die Wildnis zu ihrer Heimat gemacht – und sie waren gesund – und traumhaft – und happy! Sie haben sich Wasserlöcher und Bergquellen mit Big Horn Sheeps und Amerikanern mit ihren Wohnwägen geteilt, ihren Kindern und Hunden und Spielzeugautos … unbeschreiblich! Versteh mich nicht falsch – meine Tage der Pferdilein-Mäderl-Verrücktheit sind schon lang vorbei, aber als ich die Tiere so wild und frei sah – da stand ich da, getroffen von einem atemberaubenden Moment im Leben.

CF: Deine Band spendet einen Teil aller Einnahmen aus dem Verkauf eures aktuellen Albums “13” und des Songs “Our Fists Against The Dirty Biz” an die Cloud Foundation, die versucht, die Wildpferde und -esel zu beschützen und ihnen ihr Leben, wie es jetzt ist, zu erhalten. Und du weist auch in euren Newslettern immer wieder auf die Organisation hin. Warum?

Barbie Hardrock: Das erste, was mir durch den Kopf schoss, als ich dort so stand und die frische Wüstenluft eingesaugt hab, und dann endlich meine Gedanken wieder soweit fertig zum Denken hatte, war: Wenn das nur meine Mum sehen könnte … wenn ich dass nur der Welt zeigen könnte! Da war sie, die Antwort auf meine Suche nach dem “Wild West Spirit”, begleitet von black birds gliding in the sky! Und ich kann mir nicht helfen, aber ich denke, das ist zu wertvoll, um es in Stille versickern zu lassen. Der Informationsfluss um den Wild Horse & Burro Cause ist ziemlich verwirrend, da die BLM (Bureau of Land Management) und Aktivisten in verschiedenen Weisen und Winkeln agieren – ich glaube, da besteht ein großer Bedarf, dieses verschwommene Bild von wahren Herden-Zählungen und Dokumentationen über Gesundheitsstatus der Tiere aufzuklären, vielleicht sogar Entwicklungsbedarf im Management. Die Öffentlichkeit sollte z.B. nicht von den gefürchteten “Roundups” verbannt werden – so heißen die Hetzjagden, von der Regierung in die Wege geleitet und häufig ohne Rücksicht auf junge, ältere oder schwächere Tiere mit Helikoptern durchgeführt … wir brauchen Interesse, Einsicht und Vertrauen. Und das ist der Grund, warum ich beschlossen habe die Cloud Foundation und ihren “Save the Mustangs Fonds” zu unterstützen.